| Der Hyperlink - Qualitätsmaßstab für die Website
und für das Internet
Man kann kaum glauben, aber das Internet so wie man es heute mit
den Millionen von Websites kennt, ist noch keine 20 Jahre alt. Bis
zum Jahre 1989 waren gerade einmal 100.000 Rechnersysteme an das
damalige INTERnet angeschlossen. Hierbei handelte es sich um einen
elitären Kreis von Institutionen (zumeist Universitäten
und das Militär), die über dieses Netz Informationen untereinander
austauschten. Sämtliche Informationen wurden textbasiert auf
zumeist schwarzen Bildschirmen mit weißer Schrift angezeigt,
grafische Elemente gab es nicht.
HTML und Hyperlinks werden erfunden
Erst die Entwicklung der Hypertext-Auszeichnungssprache HTML (oder
auch Hypertext Markup Language) durch den Britten Tim Berners Lee
machte es möglich, Webinhalte auf eine einfache Art und Weise
auch grafisch darzustellen. Besonders innovativ waren dabei die
so genannten Hyperlinks, also Verweise innerhalb eines Textes, die
beim Ausführen (anklicken) auf einer vom Autor vorbestimmten
Zielseite wechselten. Dies konnten Verweise innerhalb des Textes,
aber auch Verweise innerhalb des gesamten Projektes oder auch Verweise
zu anderen Dokumenten auf komplett anderen Rechnern sein.
Yahoo bietet erstmals Webkatalog
Mit HTML war der Grundstein für ein erfolgreiches Internet
gelegt. 1992 waren bereits mehr als eine Million Rechnersysteme
an das INTERnet angeschlossen, doch erst mit der Veröffentlichung
des Web-Browsers Netscape Navigator im Jahre 1995 war der Siegeszug
des Internets nicht mehr aufzuhalten. Viele Websites der damaligen
Zeit sparten nicht mit Verweisen zu anderen Sites und nicht selten
wurden den Besuchern Linksammlungen zu anderen Projekten präsentiert.
Um in der Vielzahl der Verweise überhaupt noch relevante Informationen
zu finden, wurden so genannte Web-Kataloge veröffentlicht,
eines davon war 1994 das Portal Yahoo von den damaligen Stanford
Studenten Jerry Yang und David Filo.
Google und die neue Suchtechnologie
Doch erst mit der Entwicklung und Veröffentlichung einer komplett
neuen Suchtechnologie durch die US-amerikaner Sergey Brin und Larry
Page im Jahre 1998 (Google) entwickelte sich das Internet zu dem,
was es heute ist. Brin und Page wollten mit Google weg von den nicht
einschätzbaren und zeitaufwendigen Katalog-Einträgen hin
zu Ergebnislisten, die sich quasi selbst generieren. Als Vorbild
diente das wahre Leben mit Schwerpunkt auf gegebene Empfehlungen.
Mit einfachen Worten gesagt, wenn unter fünf Ärzten eines
Ortes ein Arzt von der Mehrheit der Bürger empfohlen wird,
dann kann dieser Arzt nicht schlecht sein.
Verweise als Maßstab für die Qualität
Als Maßstab zur Einschätzung der einzelnen Site wurde
zunächst die Anzahl der gegebenen Verweise herangezogen, später
wurde zusätzlich die Qualität der gebenden Empfehlungen
gemessen; zwischenzeitlich hat Google mehr als 300 Filterregeln
für die Beurteilung einer Site aufgestellt. Google verrät
die Einschätzung zur Stärke einer Site unter anderem durch
die so genannte Pagerank Anzeige (in der Google-Toolbar als grüner
Balken zu erkennen). Die Pagerank-Anzeige soll allerdings an Bedeutung
verlieren, weil viele Webmaster diesen Balken als eine Art Währung
zum Verkauf von Backlinks angesehen haben.
Googles Reaktion auf gekaufte Links
Im Jahre 2009 hat Google erstmalige auf den Verkauf von Backlinks
reagiert und deutlich gemacht, dass offensichtlich verkaufte Backlinks
auf einer Seite nichts zu suchen haben. Selbst namhafte Websites
wurden abgestraft mit der Folge, dass sie unter bestimmten Suchphrasen
nicht mehr zu finden waren. Erst als derartige Links von den Sites
entfernt waren erholten sich die Sites in ihren Kategorien und in
der Position ihrer Listenanzeige.
Seither ist unter den Webmastern eine gewisse Verunsicherung hinsichtlich
der gegebenen Verweise zu erkennen, allerdings zu Unrecht. Verweise
(oder auch Hyperlinks) sind nicht nur ein Qualitätsmaßstab
für Websites sondern auch für das gesamte Internet. Nur
durch Verweise kann sich das Internet weiter entwickeln, sie sollen
nur richtig und sinnvoll eingesetzt werden. So hat kein Webmaster
eine Google Abstrafung zu fürchten, wenn Empfehlungen im gleichen
semantischen Umfeld gesetzt werden (Schuster empfiehlt einen Lederhersteller).
Sie können auch ungestraft Verweise zu themenfremde Seiten
setzen, wenn sich die Relevanz aus der Textbeschreibung ergibt.
(Der Lederhersteller berichtet über Plagiate seiner Schuhe
und verweist auf einen Rechtsanwalt der sich mit diesem Verfahren
beschäftig). Google würde auch keinen Friseur abstrafen,
der auf einen Orthopäden verweist, nur weil dieser ihm regelmäßig
bequeme Schuhe macht und er deshalb eine Empfehlung ausspricht.
Die gesetzten Verweise müssen lediglich einen Sinn ergeben
und dem Leser einen Mehrwert an Informationen bieten, so wie im
realen Leben auch.
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Der Hyperlink
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