| Link-Power|Weiterleitung
Die meisten Menschen, die sich mit einem komplizierten Vorgang
zu beschäftigen haben, werden sicherlich die Ratschläge
eines anerkannten Spezialisten eher Glauben schenken als die Ratschläge
einer x-beliebigen Person von der Straße. Dies hat nichts
mit einer möglichen Abwertung der x-beliebigen Person zu tun,
sondern mehr mit der Einschätzung, dass der besagte Spezialist
mit größerer Wahrscheinlichkeit wohl kompetenter in seiner
Aussage ist.
Googles Einschätzung zur Wertung einer Empfehlung
Nach diesem simplen Prinzip versucht Google, die Stärke einer
Website im Internet zu messen. Wenn eine bestimmte Website regelmäßig
Fachbeiträge veröffentlicht und diese Fachbeiträge
nicht nur von vielen Menschen gelesen sondern zudem auch noch weiterempfohlen
werden, dann muss dieses Portal einfach eine gewisse "Autorität"
in der Einschätzung vieler Leser haben. Somit ist es mehr als
logisch, das Google bei Abfrage einer themenspezifische Suchphrase
genau diese Seite auf die erste Seite der Suchergebnisse setzt.
Ebenso ist es mehr als logisch, dass Google die von dieser Seite
gegebenen Empfehlungen (Back-Links) stärker einschätzt
als die Empfehlung der kleinen Strickseite von Lieschen Müller.
So einfach wie ich es gerade dargestellt habe, macht Google sich
die Einschätzung einer Site natürlich nicht. Google hat
zwischenzeitlich mehr als 300 Filterregeln aufgestellt, die bei
der Beurteilung einer Site und der Stärke von (Back)-Links
eine Rolle spielen. Um welche Filterregeln es sich hierbei genau
handelt werden sicherlich nur die Google Gründer Sergey Brin
und Larry Page beantworten können, denn diese Regeln werden
strengstens unter Verschluss gehalten. Faktoren die bei der Einschätzung
einer Site zusätzlich eine Rolle spielen sind beispielsweise
das Alter einer Webpräsenz, die Häufigkeit von neuen Veröffentlichungen,
die Anzahl der regelmäßigen Besucher, der Zuwachs an
regelmäßigen Empfehlungen, das Umfeld in der sich die
Site (gemessen nach den Empfehlungen) bewegt oder auch die Qualität
des Quelltextes, gemessen an den W3C-Standards für valides
HTML.
So wie es im realen Leben starke und schwache, bekannte und unbekannte
Menschen gibt, so gliedert sich auch das Internet in starke und
schwache Websites. Empfehlungen von den starken Seiten werden von
Google so gut wie niemals angezweifelt; bei Empfehlungen von Websites
mit einer mittleren Stärke muß unter Umständen wohl
mal eine "Nachfrage" erlaubt sein und die Empfehlungen
von schwachen Seiten werden grundsätzlich einmal sehr kritisch
betrachtet.
Hyperlinks von schwachen Seiten
In Ausnahmefällen erhält
die "Stimme des Volkes" (also die der schwachen Webseiten)
allerdings auch bei Google "Gehör", nämlich
dann, wenn die "Masse" zum gleichen Zeitpunkt ihre Stimme
"erhebt". So wie man den Ausspruch des einfachen Bürgers
"Wir sind das Volk" nicht unterschätzen sollte, gewichtet
Google die "Stimme" (den Back-Link) der kleinen Seite
dann, wenn zum gleichen Zeitpunkt viele andere Sites ebenfalls ihre
"Stimme" zum gleichen Ziel erheben. Denken Sie beispielsweise
an die Katastrophe des 11. Septembers 2001 oder an die Papst-Wahl
Benedikt XVI. am 19. April 2005.
Google-Toolbar und die PageRang-Anzeige
Mit Einführung der so genannten Google Toolbar gab Google den
Webmastern die Möglichkeit einzusehen, wie stark Google die
einzelne Website einschätzt. Die eingeschätzte Stärke
zeigt sich mit dem so genannten Pagerank-Balken (PR) 0 bis 10. Die
Zahl "0" zeigt dem Webmaster, dass die Website in den
so genannten Google-Index aufgenommen wurde, die Zahl "10"
zeigt dem Webmaster, dass Google die Website als absolute Autorität
anerkennt und wertet. Webseiten mit einer PR-Einschätzung "10"
gibt es weltweit relativ wenige. Apple, Microsoft, das W3C und natürlich
Google wären solche Kandidaten. PR-9 Seiten gibt es einige
wenige in Deutschland, ebenso Seiten mit PR-8. Bis dato ist man
davon ausgegangen, dass Seiten mit einer PR-7 bis 5 von Google ebenfalls
noch als Autoritätsseiten eingeschätzt werden, ab PR-4
bis 1 wird es dann schon schwieriger.
Unter vielen Analysten heißt es, der von Google angezeigte
PR-Balken spiegelt nicht mehr die wahre Google-Einschätzung
für die Site wieder. Seit Einführung der PR-Anzeige wurde
der PR-Balken von vielen Webmastern als eine Art Währung angesehen.
Die Folge war, dass viele Webmaster sich haben kaufen lassen und
eine Empfehlung (Back-Link) nur des Geldes wegen abgegeben haben.
Hierdurch zeigte sich in der Bewertung einzelner Sites plötzlich
ein falsches Bild. Viele Experten sind auch der Meinung, dass Google
das Modell der PR-Anzeige eines Tages komplett verwerfen wird.
Noch zeigt sich aber der PR-Balken und dieser Balken lässt
sich wunderbar benutzen um Ihnen zu erklären, wie die Google-Einschätzung
vom Grundsatz her funktioniert und wie sich Back-Links auf andere
Seiten auswirken.
Stellen Sie sich vor, Sie besitzen eine Website mit der PR-Stärke
"8" auf der Startseite (www.heise.de
ist beispielsweise ein derartiger Kandidat). PR-8 zeigt, diese Seite
wird von Google als eine starke Autorität in seinem Bereich
(Nachrichten rund um Themen aus dem Internet) eingeschätzt.
Die PR-Stärke wird innerhalb der Heise-Site, pro Ebene, in
voller Stärke (allerdings gekürzt um jeweils einen PR-Punkt)
weiter gegeben. In diesem Fall hätte die zweite Ebene eine
echte PR-7 Stärke, die dritte Ebene eine PR-6 Stärke usw.
Empfiehlt nun Heise von seiner Startseite aus die Startseite einer
anderen Site, so "vererbt" Heise seine Stärke (gekürzt
um einen PR-Punkt) auf die andere Site und es zeigt sich ein PR-7-Wert.
Dieser Wert bedeutet allerdings nicht, dass nun auch diese Seite
als Autorität in der Kategorie PR-7 gewertet wird, denn Heises
"Stimme" gilt nur für Themen aus seinem Bereich und
dies auch nur in abgeschwächter Form. Diese Site benötigt
schon einige PR-8-Back-Links aus dem gleichen semantischen Umfeld,
um von Google als echte Autorität mit einer starken PR-7 gewertet
zu werden.
Vererbung Link-Power
In gleicher Weise funktioniert die "Vererbung" von gegebenen
Empfehlungen für alle Links im gesamten Internet. Allerdings
spielen noch andere Faktoren bei der Vererbung eine Rolle. Ein einzelner
Back-Link auf einer Seite ist stärker als wenn von dieser Seite
viele Empfehlungen zu verschiedenen Sites gegeben wurden. In diesem
Fall müssten sich die empfohlenen Seiten die Link-Power der
gebenden Seite "teilen". Sofern Sie Google eine Möglichkeit
gegeben haben, auch Ihre Website zu indexieren und nichts anderes
bestimmt ist, fließt auch Ihre Link-Power in die Berechnung
aller betroffenen Sites mit ein.
Wie und wann indexiert Google eine Website
Um Ihre Website in den Google-Index zu bringen, haben Sie zwei Möglichkeiten:
Erstens, Sie melden Ihre Website bei Google an und bitten um Aufnahme,
zweitens, Sie bitten einen bekannten Webmaster, auf Ihre Homepage
zu verlinken. Google betreibt weltweit hunderte von "Spider"
und "Robots" die tagtäglich nichts anderes machen,
als das Internet nach neuen Informationen zu durchforsten und diese
zu indexieren. Hierbei verfolgen die Spider jeden Hyperlink (sofern
erlaubt) und so würde letztlich auch Ihre Website gefunden
und indexiert werden. Allerdings wird nicht jede Website tagtäglich
nach neuen Informationen durchsucht und auch nicht "besucht".
Je öfter sich die Informationen auf einer Webseite ändern,
je öfter wird die Site auch von den Robots besucht. Dies kann
ein Stundentakt sein, dies kann allerdings auch schon mal vier Wochen
dauern. Ein Back-Link zu Ihrer Website auf der kleinen Homepage
von Lieschen Müller wird von Google also nicht so schnell gefunden
wie ein Back-Link vom Heise-Portal.
Möglichkeiten die Indexierung der Seiten zu verbieten
Es gibt Gründe für einen Webmaster, Google die Indexierung
seiner Seiten zu verbieten. Denken Sie beispielsweise an die vielen
Einzel-Produktseiten eines Online-Shops. Auf diesen Einzelseiten
werden keine wirklich interessanten Informationen vermittelt und
haben deshalb im Google-Index nichts zu suchen. Andere Webmaster
stellen aus bestimmten Gründen verschiedene Duplikate ihrer
Site zur Verfügung und auch diese Seiten haben im Google-Index
nichts zu suchen. Man muss seine Informationen nicht zehnfach von
Google indexieren lassen, einmal genügt. Außerdem würde
Google in diesem Fall sogar die Originalseite abstrafen und sie
wäre in der Google-Ergebnisliste so gut wie nicht zu finden
(Stichwort: Duplicate
Content).
Damit die Google-Spider wissen, welche Webseiten zur Indexierung
freigegeben sind, bedient man sich in der Regel zwei verschiedener
Methoden: Sie haben die Möglichkeit, die Indexierung der Seite
über so genannte Header-Informationen zu verbieten. Die Header-Informationen
finden sich auf jeder HTML-Seite im "HEAD"-Bereich und
sind für den User nicht sichtbar. In diesem Fall findet sich
ein so genannter "META"-TAG mit folgenden Informationen:
<meta name="robots" content="NOINDEX,NOFOLLOW">.
Sie können dem Spider im Header auch sagen, dass Sie auf dem
Server eine so genannte "robots.txt" abgelegt haben. Mit
dieser robots.txt bestimmen Sie, welche Bereiche der Site indexiert
werden dürfen und welche nicht. Als Header-Information zeigt
sich dann: <meta name="siteinfo" content="robots.txt">.
Wie Sie mit einer robots.txt zu verfahren haben und was Sie damit
machen können, finden Sie unter anderem bei SELFHTML
sehr gut erklärt.
Möchten Sie, dass die Suchmaschinen lediglich einzelne Hyperlinks
nicht verfolgen, so können Sie dem Hyperlink einen "rel"-Attribut
mit dem Wert "nofollow" mitgeben. Ein derartiger Hyperlink
würde im Quelltext beispielsweise wie folgt aussehen: <a href="http://example.com/"
rel="nofollow">NOFOLLOW-Link als Beispiel</a>.
Der "nofollow"-Wert des "rel"-Attributes wurde
im Jahre 2005 von Google eingeführt, gehört allerdings
nicht zu den standardisierten Erweiterungen des W3Cs. Dennoch ist
dieser Wert ab HTML 4.01 zulässig und wurde auch sehr schnell
von den bekannten Suchportalen Yahoo und MSN übernommen.
Mit rel="nofollow" wollte Google den Auswirkungen von
Spam-Einträgen in Gästebüchern, Foren oder Weblogs
entgegentreten. Getreu dem Motto: "Die Masse machts",
versuchen Spammer, durch automatisierte Einträge ihre Websites
in den vorderen Rängen der Google-Ergebnisliste zu positieren
(siehe hierzu meine Ausführungen zum Thema "die
Stimme des Volkes"). Mit rel="nofollow" werten
die Suchmaschinen den Hyperlink als nicht existent und somit vererben
derartige Hyperlinks auch keine Link-Power.
Mit JavaSript maskierte Hyperlinks
Zwischenzeitlich gibt es viele Webmaster, die ihre "Back-Links"
mit einem so genannten JavaScript-Code "maskieren" um den
Suchmaschinen das wahre Ziel der Links zu "verschleiern".
Häufig sieht man derartige Maskierungen bei Webseiten die ausschließlich
den Zweck erfüllen sollen, den User zu so genannten Affiliate-Partnern
zu leiten. Derartige Websites geben dem User keine wirklichen Informationen,
sie dienen lediglich dem Zweck, auf einfache Art und Weise durch Vermittlungsprovisionen
Geld zu verdienen.
Google Quality-Rater
Die Verschleierung derartiger Links kann
Google nur durch "Sichtprüfung" eines "Quality
Raters" erkennen. Analysten gehen davon aus, dass Google alleine
in Deutschland rund 2000 Quality-Rater (zumeist Studenten) beschäftigt.
Wie bei eigentlich allen Bewertungsregeln hält Google sich
auch in Sachen "Quality-Rater" mit Informationen sehr
zurück. Eine interessante Abhandlung zum Thema Google Quality
Rating finden Sie unter anderem auf der Website pixelfolk.net.
Tipps für suchmaschinenfreundliche Maskierung der Links
Es gibt allerdings auch Gründe einen Hyperlink mit einem JavaScript-Code
zu versehen, ohne dass der Webmaster hierbei gegenüber Google
etwas zu verbergen hat. Auch die Zieladresse soll durchaus noch
von der Link-Power profitieren. Ein Beispiel wäre, wenn der
Webmaster genau analysieren möchte, welche Besucher in welchem
Umfang bestimmte Links aktivieren. Dies kann beispielsweise sinnvoll
sein, wenn der Webmaster bestimmte Produkt-Verweise auf seiner Webseite
besser optimieren möchte.
Welche Möglichkeiten es gibt, um derartige Verweise "suchmaschinenfreundlich"
zu gestalten, können Sie beispielsweise in einem interessanten
Blog-Beitrag des SEOs Uwe
Tippmann nachlesen. Damit Sie diesen Beitrag auch als einfacher
Webmaster verstehen: Mit der Bezeichnung "Link Juice"
sind sämtliche positive Eigenschaften gemeint, die mit einem
Back-Link übertragen werden können. Das Wort "Link
Juice" oder auch "LinkJuice" setzt sich zusammen
aus Hyperlink und juice (zu Deutsch Saft).
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